Pensionierung von Hans Gottschlich

Den folgenden Artikel erhielt ich am 16.07.2005 per E-Mail von Gert Mauersberger (Abijahrgang 1971). Er schreibt dazu:

Hallo Michael,

so schliessen sich die Kreise.

Unser Klassenlehrer Hans Gottschlich, der uns im Jahre 1971 nach drei Jahren als seine erste Klasse zum Abitur f?hrte, ist nun mit 65 Jahren in den Ruhestand gegangen. Eine W?rdigung ist in der heutigen (Samstag) OP zu lesen. Ich habe Dir den Artikel als Anlage beigef?gt.

…gek?rzt…

Auch Dir ein sch?nes Wochenende!

Herzliche Gr??e
Gert Mauersberger

Gottschlich f?rchtet, f?rs Faulenzen keine Zeit zu haben

Am?neburg. Hans Gottschlich, der Leiter der Stiftsschule Am?neburg, tritt in den Ruhestand. Am Montag erfolgt ihm zu Ehren eine Abschiedsfeier (von Bodo Ganswindt).

Hans-R. Gottschlich
Hans Gottschlich, der Leiter der Stiftsschule St. Johann in Am?neburg, tritt in den Ruhestand. Foto: Ganswindt

Der Blick aus seinem Zimmer auf den Marktplatz und die historischen H?userzeilen mit dem Rathaus w?re andernorts Grund genug, etwas Zuschlag auf die Mieten zu erheben.

Hans Gottschlich hat ihn seit genossen, seit er 1990 die Nachfolge von Paul Lotz als Leiter der Stiftsschule St. Johann antrat.

Der geb?rtige Schlesier, der im Waldecker Land aufwuchs, in Marburg, Freiburg und im s?denglischen Exeter die F?cher Englisch, katholische Religion und Sport studierte, unterrichtete zun?chst 22 Jahre an der Martin-Luther-Schule in Marburg.

In dieser Zeit war er acht Jahre lang mit der Ausbildung katholischer Religionslehrer am Studienseminar Marburg betraut.

Als Schwerpunkte seiner Arbeit an der Stiftsschule nennt Gottschlich neben administrativen Aufgaben die Organisation von zahlreichen Austauschprogrammen mit Schulen in den Vereinigten Staaten und England sowie die ?ffnung der Schule f?r etliche andere L?nder, wie etwa die Niederlande, Frankreich, Polen, Tschechien und Ungarn.

W?hrend seiner ?ra wurden etwa 2.000 Sextaner aufgenommen und 1.500 Abiturienten entlassen. Sein Name wird also vielen Ehemaligen im Ged?chtnis bleiben.

“Ich habe meine Arbeit gerne gemacht”, sagt der 65-J?hrige, der mit Ehefrau Hannelore seit 40 Jahren verheiratet ist und in Marbach wohnt. Er findet lobende Worte f?r die Zusammenarbeit mit den Mitgliedern der Schulgemeinde. “Das macht mir den Weggang nicht gerade leicht.”

Die Aufgaben in der Verwaltung und die M?glichkeiten des Gestaltens haben ihm stets Freude bereitet. Deshalb ?berkomme ihn etwas Wehmut.

“Ich habe mich in Am?neburg sehr wohl gef?hlt und pflege sehr gute Kontakte zu den B?rgern, der Kirchengemeinde und den Vereinen”, betont er. Die Stiftsschule mit ihren etwa 1.000 Sch?lern sei von den Am?neburgern durchaus akzeptiert.

Aber auch die Binnenbeziehungen stellen sich laut Gottschlich positiv dar. Mit seinem Stellvertreter Dr. Winfried R?bsam habe er hervorragend kooperiert. Auch die Zusammenarbeit mit den Sch?lern und den Elternvertretungen sei auf durchweg gedeihlicher Basis erfolgt.

In Gottschlichs Zeit als Schulleiter fallen etwa die Fortschreibung des Schulprofils und die Formulierung eines Schulprogramms.

Dies sei geschehen auf Grundlage einer vom Schultr?ger, dem Bischof von Fulda, vorgegebenen Grundordnung, die sich in besonderem Ma?e einem christlichen Menschen- und Weltverst?ndnis in Sinne der katholischen Kirche verpflichtet sieht. Gleichwohl sei die Schule offen f?r die christliche ?kumene.

Etwa ein Drittel der Sch?ler und auch der Lehrer sind evangelisch. ?berdies gibt es einen katholischen und einen evangelischen Schulpfarrer.

Nach wie vor ist Latein die erste Fremdsprache an der Stiftsschule. “Diesen Unterricht bieten wir noch immer mit ?berzeugung an”, sagt Gottschlich. Aber inzwischen erfahre auch der Englischunterricht ab der Klasse 5 mit drei Wochenstunden eine besondere Betonung.

Rundum zufrieden ?u?ert sich der scheidende Schulleiter ?ber die personelle und s?chliche Ausstattung der Schule.

In seine Zeit fallen unter anderem die Einweihung des Oberstufengeb?udes, der Bonifatiushalle, des neuen naturwissenschaftlichen Traktes, der Cafeteria und der Umbau des Schulhofes.

Von der Zeit seines Ruhestandes hat Gottschlich, der auch nach seinem Ausscheiden aus dem Schuldienst noch zahlreichen Verb?nden und Institutionen ehrenamtlich angeh?ren wird, schon ganz bestimmte Vorstellungen.

Seine Ahnung formuliert er so: “Es wird mir gehen wie vielen Pension?ren, die st?hnen, keine Zeit zum Faulenzen zu haben.” Auf jeden Fall m?chte er sich st?rker als bisher seiner Familie widmen.

Immerhin ist er bereits dreifacher Opa. Aber auch f?r Lesen, Tennisspielen und Reisen m?chte er die Zeit seines Pension?rdaseins nutzen.

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